Ignaz Benedikt Heim
Ignaz Heim aus Renchen – berühmt in der Schweiz als Chorleiter und Komponist
Geboren am 7. März 1818 kam Ignaz Benedikt Heim als viertes Kind der Apothekerfamilie Karl Venerand Heim und seiner Frau Perpetua geborene Sible in Renchen zur Welt. Karl Heim war vorher Arzt und Apotheker in Allerheiligen und hatte sich bei der Rettung des Klosterareals durch Blitzschlag, bei dem im Jahr 1803 u. a. die Klosterkirche zerstört wurde, besonders verdient gemacht. Im Zuge der Säkularisation, ebenfalls im Jahre 1803, wurde das Kloster aufgehoben und Karl Heim übernahm die Apotheke seiner Schwiegereltern in Renchen.
Ignaz Heim besuchte in Renchen die Volksschule und wechselte auf das Gymnasium in Donaueschingen. Obwohl mehr der Musik zugeneigt, begann er auf Wunsch der Eltern ein medizinisches Studium in München. Durch den überraschenden Tod seines Vaters, sollte Ignaz Heim zunächst die Apotheke in Renchen übernehmen, die er jedoch nur ein Jahr lang verwaltete und das väterliche Geschäft 1839 verkaufte und nach Freiburg zog, um sich von jetzt an ganz der Musik zu widmen und gründete als Musikdirektor u. a. den Männergesang-verein „Freiburger Liedertafel“.
Aufgrund seiner Verbindungen und Kontakte in die Schweiz wurde Heim der Verschwörung und des Komplotts mit den geflüchteten Rebellen der Badischen Revolution verdächtigt und erhielt im Spätjahr 1850 den Ausweisungsbefehl aus dem badischen Land. Als bekannt wurde, dass seine künftige Frau Emilie Müller der Grund seiner Kontakte in die Schweiz war, wurde der Ausweisungsbefehl zurückgenommen, aber Heim blieb in der Schweiz, heiratete 1851 seine Verlobte, eine ebenfalls musikalisch begabte Frau. Auf Empfehlung des bekannten Komponisten und Chorleiters Franz Abt, wurde Ignaz Heim sein Nachfolger als Dirigent des bekannten Züricher Männergesangvereins „Harmonie“. Mit diesem Chor feierte Ignaz Heim große Erfolge in der gesamten Schweiz und wurde allseits ob seiner musikalischen Fähigkeit geradezu verehrt. Er war mit dem großen Komponisten Richard Wagner befreundet und bereicherte Wagners Opernaufführungen in Zürich mit seinem Chor, wobei auch Heims Frau Emilie als Opernsängerin mitwirkte.
Ignaz Heim wurde von der Züricher Schulsynode aufgrund seiner fachlichen und musikalischen Fähigkeit beauftragt, das alte Schweizer Synodal-Liederbuch für Männerchöre neu zu gestalten. Daneben arbeitete Heim als Herausgeber zahlreicher Liedersammlungen für Männer- und Frauenchöre. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn im März 1872 sein Amt als Direktor der Harmonie Zürich aufzugeben. Aufgrund seiner Verdienste wurde Ignaz Heim zum „Ehrendirektor“ ernannt.
Dass seine Verbindung zu Renchen nie abgerissen ist zeigt sich bei der Einweihung des ersten Grimmelshausen-Denkmals im Jahr 1879 als Ignaz Heim das Lied des Einsiedlers aus dem Simplicissimus von Grimmelshausen für Chöre zur Aufführung bearbeitete. Außerdem hat er die Gründung des Männergesangvereins Renchen im Jahre 1863 maßgeblich beeinflusst. Vielleicht hatte hier auch sein Jugendfreund Amand Goegg in dazu bewogen, der Initiator der Denkmalserrichtung war.
Am 3. Dezember 1880 ist Heim in Zürich gestorben und wurde auch dort unter großer Teilnahme aus der Bevölkerung beerdigt. Sein Grabmal auf dem Zentralfriedhof in Zürich ist heute noch vorhanden und wird von der Stadt gepflegt. Aufgrund seiner großen Verdienste um die Schweizer Volksmusik hat die Stadt Zürich Ignaz Heim am 4. November 1883 an zentraler Stelle in Zürich ein großes Marmordenkmal errichtet und den Platz als „Heimplatz“ nach ihm benannt.
(Pressebeitrag: Peter Bergmann in Zusammenarbeit mit dem Ehrenbürger Heinz Schäfer, Grundlage war Bericht von Renchens Ehrenbürger Rudolf Behrle aud dem Jahr 1963)