Das Grimmelshausendenkmal
Einen geschichtsträchtigen Hintergrund hat das Grimmelshausen-Denkmal bei der katholischen Pfarrkirche. Es sollte ursprünglich in Rastatt als Mahnmal für die während der Revolution von 1848/49 erschossenen Aufständischen errichtet werden. Nachdem der badische Staat jedoch die Aufstellung nicht genehmigte, kam der Stein auf Vermittlung des Renchener Bürgersohns und Revolutionärs Amand Goegg (1820-1897) nach Renchen, wurde zum Grimmelshausen-Denkmal umgearbeitet und 1879 enthüllt. Bereits drei Jahre zuvor war in Renchen auf Anregung des Tübinger Germanisten Adelbert von Keller (1812-1887) und des Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel (1826-1886) feierlich des 200. Todestages von Grimmelshausen gedacht worden. In seiner Grußadresse zur 200-Jahrfeier schrieb Scheffel nach Renchen: „Der heutige Festgruß wird wohlthuend in seine Gruft hinabklingen; wenn er ihn erwiedern dürfte, würde er vielleicht sagen: ‚Ihr habts gut im neuen deutschen Reich, bleibt in Einigkeit, Bildung u. Tapferkeit dessen würdig, bis der letzte Simplicissimus auf Nimmerwiederkehr verschwunden ist!’“

