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Grimmelshausenpreis

Der Grimmelshausen-Preis wird seit 1993 in jedem ungeraden Kalenderjahr vergeben, wobei der Ort der Verleihung jeweils zwischen Grimmelshausens Geburtsstadt Gelnhausen und Renchen wechselt, wo der berühmte Autor des „Simplicissimus Teutsch“ im Jahre 1676 verstarb. Gemeinsam mit den beiden Städten stiften die Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen die Auszeichnung. Mit dem Preis zeichnet die Jury Autorinnen und Autoren aus, die mit einem in den vorausgegangenen sechs Jahren erschienenen erzählerischen Werk einen bemerkenswerten Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet haben und somit in der literarischen Tradition des berühmten Namensgebers stehen. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. 

Der Grimmelshausen-Förderpreis, der mit 2.500 € dotiert ist,  wird seit zehn Jahren von den Kommunen Renchen und Gelnhausen vergeben in Zusammenarbeit mit den Sparkassen und dem Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe.

Die nächste Preisverleihung findet am Donnerstag, den 9. November 2017 in der Grimmelshausen-Stadt Renchen statt.  

Grimmelshausen-Preisträger

Jury-Mitglieder 2017

Die Jury von links:  

  • Dieter Ullrich (Erster Stadtrat, Gelnhausen, beratendes Mitglied)
  • Hans Sarkovicz (Frankfurt, Hessischer Rundfunk, Jury-Mitglied seit 2011)
  • Elisabeth Volck-Duffy (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, beratendes Mitglied)
  • Bürgermeister Bernd Siefermann (Renchen, beratendes Mitglied)
  • Dr. Beate Laudenberg (PH Karlsruhe, Jury-Mitglied seit 2017)
  • Dr. Florian Balke (Frankfurt, FAZ,  Jury-Mitglied seit 2009)
  • es fehlt: Ministerialrat Christoph Heinkele (Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Baden-Württemberg, beratendes Mitglied)

 

 

 

 

© Heike Steinweg Suhrkamp Verlag

Grimmelshausenpreis 2017

Den Johann-Jacob-Christoph-von-Grimmelshausen-Preis des Jahres 2017 erhält Christoph Hein. In seinem Roman „Glückskind mit Vater“ (Suhrkamp Verlag 2016) spannt der 1944 geborene Autor den erzählerischen Bogen von der NS-Zeit bis in die Gegenwart. 

 

Wie ein bedrohlicher Schatten liegen die Verbrechen seines Vaters auf dem Leben des Konstantin Boggosch. Der Sohn eines am Kriegsende hingerichteten Fabrikbesitzers und SS-Offiziers wird in der DDR zwar gesellschaftlich ausgegrenzt, aber wie im Schelmenroman findet er als „Glückskind“ seiner Mutter immer wieder Menschen, die ihm helfen. Alle Versuche des Protagonisten, sich der öffentlichen Stigmatisierung, seinem „Vatermal“, durch Flucht zu entziehen, scheitern. Die Erinnerungen bleiben. 

 

 

Sophie Passmann

Grimmelshausen-Förderpreis 2017

Die 23-jährige Lyrikerin Sophie Passmann erhält den Grimmelshausen-Förderpreis für ihre 2014 erschienenen „Monologe angehender Psychopathen“. Außergewöhnlich ist nicht nur der Titel, mit dem Passmann vorgibt, sich „über ein bestimmtes Gefühl in vielen Texten lustig“ zu machen; außergewöhnlich ist ihre kleine, aber feine Textsammlung auch deshalb, weil die 14 Gedichte erst dann gelesen sein wollen, nachdem sie live zu Gehör gebracht wurden. Und das macht die Poetry Slammerin bereits seit ihrem 15. Lebensjahr so erfolgreich, dass sie 2011 die Slam-Meisterschaften in Baden-Württemberg in der Sparte U20 gewann und 2013 den Förderpreis der Internationalen Bodensee Konferenz erhielt. Sophie Passmann steht längst nicht mehr nur in Freiburg und anderen deutschen Städten, sondern auch im Ausland auf der Bühne.